Freitag 08.06.2012 - 10:30 Uhr - Monacensia
Mein Kopf ist eine Bombe - Jörg Hube. Ein Künstlerleben
Mein Kopf ist eine Bombe - Jörg Hube. Ein Künstlerleben. Eine Ausstellung der Monacensia vom 9. Dezember 2011 bis 8. Juni 2012.
Jörg Hube – die Freiheit der Gedanken, der Phantasie war ein großes Thema in seinem
Leben. Unangepasst, unkonventionell, ein bayerischer Don Quijote in rostiger Rüstung, ein Revoluzzer, wenn es gegen festgefressene Strukturen ging. Ein Eigenbrötler und
Einzelkämpfer, der sein Leben lang mit Konventionen im Konflikt stand. Schulzeugnisse
beschreiben ihn als jähzornig, als einen, der sich weder in eine Klassengemeinschaft
einordnen, noch sich Vorschriften unterordnen kann. Vor allem, wenn sie ihm »unsinnig« erschienen, konnte er explodieren. Er war ein Anarchist, ein Dickschädel, eine »Tretmine«, wie ihn sein Kollege Werner Schneyder einmal nannte. Ein Zweifler, ein Moralist, hoch empfindsam, zurückhaltend und polternd zugleich.
Sein umfangreicher Nachlass, eine Fundgrube aus Zetteln, unzähligen Briefen,
Schulaufsätzen, Kinderzeichnungen, Kritzeleien, Manuskripten, Bildern, Notizen über die
Auseinandersetzung mit der »Obrigkeit«, den Hierarchien im künstlerischen Bereich und im praktischen Leben, belegt all diese Eigenschaften. Am pointiertesten zeigt sich das in seinen fünf Herzkasperl-Programmen. Wenn er etwas angenommen hatte, eine Rolle, einen Sprechertext, dann floss dabei Herzblut, und nicht zu wenig. Immer full power, immer mit ganzem Herzen. Dass dabei oft die Fetzen flogen, ist selbstverständlich.
1943 in Neuruppin in der Mark Brandenburg geboren, wuchs Jörg Hube in München auf.
Seine Theaterlaufbahn ist mit dieser Stadt eng verknüpft. Von 1973 bis Ende der 1990er Jahre gehörte er fast durchgehend zum Ensemble der Münchner Kammerspiele, 2001 wechselte er mit Intendant Dieter Dorn an das Bayerische Staatsschauspiel. Er unterrichtete an der Otto Falckenberg-Schule, die er 1991 bis 1993 leitete. Große Popularität gewann Jörg Hube durch Fernsehserien für den Bayerischen Rundfunk wie »Die Löwengrube«. Mit Regisseuren wie Edgar Reitz, Klaus Emmerich, Michael Verhoeven, Joseph Vilsmaier oder Matthias Kiefersauer drehte er zahlreiche Kino- und Fernsehfilme. Seine Paraderolle war der »Herzkasperl«, eine Figur, die er 1975 zusammen mit seiner Frau Elisabeth Fanderl entwickelte.
Die Ausstellung öffnet einen Blick auf das große Werk und das Leben von Jörg Hube.
Größtenteils basiert sie auf Dokumenten aus dem künstlerischen Nachlass von Jörg Hube, den die Monacensia als Schenkung von den Erben des im Juni 2009 verstorbenen Künstlers erhalten hat.
Monacensia. Literaturarchiv und Bibliothek
Maria-Theresia-Str. 23
81675 München
Öffnungszeiten
09. Dezember 2011 bis 8. Juni 2012
Mo – Mi, Fr 10.30 - 18 Uhr, Do 10.30 - 19 Uhr
Veranstaltungsdaten
Veranstaltung
Mein Kopf ist eine Bombe - Jörg Hube. Ein Künstlerleben
Kartenpreise
Eintritt frei!
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