Der Abend ist den „Ballets Russes“ gewidmet, der legendären, von Serge Diaghilew gemanagten Truppe russischer Tänzer, die vor 100 Jahren den Aufbruch in die Moderne begannen. Mit der Uraufführung von „Once Upon An Ever After“ – ein Werk, das der junge Choreograph Terence Kohler gemeinsam mit der bildenden Künstlerin rosalie erarbeitet - initiiert das Bayerische Staatsballett aufs Neue die Liaison von Choreographie und Kunst.
Ekstatisches Zurücktauchen in die Vergangenheit, Schwelgen in luxuriösen Farben, raffinierteste Ausschweifungen, – und strengstes Formbewusstsein, Synonym für Avantgarde: diese Widersprüche vereinte Serge Diaghilew in seinem Lebenswerk, den „Ballets Russes“. Die „Ballets Russes“, zunächst vor allem eine vom Impressario Diaghilew gemanagte Truppe russischer Tänzer, bilden die Speerspitze der Moderne ihrer Kunst. Kennzeichnend: die gegenseitige Durchdringung von Choreographie und Ausstattung durch bedeutende Bildende Künstler, die, wie nie zuvor, eine untrennbare Einheit bildete. 1909 brach Diaghilew mit seinen Tänzern zum ersten Mal in den Westen auf und triumphiert in Paris.1910 bringt er die Uraufführung von „Shéhéharzade“. Diese Beschwörung der Welt von „Tausendundeiner Nacht“, von Haremsschwüle, Eifersucht und Tod, orientiert sich noch an einer Partitur der Vergangenheit, an Rimsky-Korsakow, die sich Choreograph und Designer, noch ganz in der Tradition des 19. Jahrhunderts, zurechtmodeln. Vierzehn Jahre später wird sich Bronislawa Nijinska, die Schwester des legendären Tänzers und eigenwillige Choreographin, zusammentun mit zwei zentralen Figuren der französischen Moderne: dem Komponisten Francis Poulenc und der Malerin Marie Laurencin. Und die Themen - sexuelle Freiheit und exakte Schilderung eines Zeit-Kolorits - auf ihre ganz der Gegenwart verpflichtete Weise aufnehmen.
Heute, hundert Jahre nach Diaghilews Aufbruch in die Moderne, initiiert das Bayerische Staatsballett aufs Neue die Liaison von Choreographie und Kunst. Terence Kohler, vierundzwanzigjähriger australischer Choreograph mit Sitz in Karlsruhe, erarbeitet mit der bildenden Künstlerin rosalie ein Gesamtkunstwerk, in dem beide, dem Geist von Diaghilew verpflichtet, den Archetypen der klassischen und romantischen Helden und Heldinnen nachforschen – Giselle, Desiré, Aurora - um sie im ästhetischen Heute auf den Prüfstand zu stellen.
Musik von Nikolai Rimski-Korsakow, Francis Poulenc und Peter I. Tschaikowsky
Quelle: Bayerische Staatsoper
Foto: Wilfried Hösl
Veranstaltungsdaten
Veranstaltung
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