Illusionen - wie Schwanensee


Illusionen - wie Schwanensee

Illusionen - wie Schwanensee - Ballett von John Neumeiers im Nationaltheater München mit solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts!

Zum Zeitpunkt der bevorstehenden Münchner Premiere im April 2011 wird die Uraufführung von John Neumeiers Illusionen – wie Schwanensee fünfunddreißig Jahre zurückliegen. Aber niemand, der damals in Hamburg dabei war, wird das Ereignishafte vergessen haben, das den Abend unvergleichlich auszeichnete. Wenn auch niemand ahnen konnte, dass aus dieser glücklichen Anfangszeit eines jungen Ballettdirektors, den August Everding 1973 an die Alster geholt hatte, eine bis heute währende jahrzehntelange Ära werden sollte, die die Deutsche Ballettszene prägte und noch prägt. Was war das Besondere? Zunächst die theatralische Gewalt und Überzeugungskraft, mit der sich ein nachvollziehbares Drama vor unseren Augen abspielte und die nicht unerheblich von der Ausstattung Jürgen Roses ausging.

Das Drama eines unglücklichen Königs, den man sofort als den Bayernkönig Ludwig II. erkannte. Darin aber verwoben – das Wort muss gesagt sein: auf geniale Weise – die sorgfältige Rekonstruktion eines balletthistorischen Gipfelpunktes, des zweiten Aktes von Schwanensee in der Choreographie von Lew Iwanow. Und des berühmten „Schwarzer-Schwan-Pas de deux“. Womit auch der wesentliche choreographische Beitrag von Marius Petipa zur definitiven St. Petersburger Schwanensee-Version gerettet war, der unser Bild von Tschaikowskys mythischem Werk bis heute mitbestimmt.

Man kann die Münchner Einstudierung der Illusionen – wie Schwanensee nun als ein längst fälliges Heimkehren des Werkes an die Stätte sehen, an der es seinen Ausgang nimmt. Nicht nur ist das Münchner Nationaltheater der Ort, an den die tragische Hauptfigur sich zurückzieht vor den unbarmherzigen Forderungen des Tagesgeschäfts. Der Ort, wo der König sich in die theatralische Wirklichkeit einer Schwanensee-Aufführung flüchtet, in der er sich Erlösung von seinen existentiellen Qualen ersehnt. Auch die unvollendeten Mauern des Schlosses von Herrenchiemsee finden sich wieder, ein Bild seiner nicht zu stillenden Sehnsucht nach Vollendung.

Keine der ihn umwerbenden Frauen kann ihm Erfüllung bedeuten; der Tod und der ständig präsente „Mann im Schatten“ werden eins im atemberaubenden Schlussbild, das die existentiell-tragische Dimension menschlichen Liebes-Verlangens in ihrer ganzen Unerfüllbarkeit erfasst.

John Neumeier
Ihn interessiert der Mensch und seine Beziehungen, er spürt choreographisch dem nach, was mit Worten nicht (mehr) gesagt werden kann, und möchte der Musik durch den Tanz eine weitere Dimension geben. So formulierte John Neumeier einmal den Motor seines Schaffens, dem bisher über hundert Stücke zu verdanken sind: darunter Klassiker-Adaptionen wie Romeo und Julia, Der Nußknacker, Dornröschen und Illusionen – wie Schwanensee, die Menschen zeigen statt Märchenfiguren.

Er hat dem Ballett – ähnlich wie John Cranko – Weltliteratur erschlossen, schuf Die Kameliendame, eine Reihe Shakespeare-Ballette oder Endstation Sehnsucht (nach Tennessee Williams) und wagte sich mit seinem auf der klassischen Technik basierenden, aber durch moderne Bewegungen oder wie improvisiert wirkende Gesten aufgebrochenen Vokabular an Kompositionen, die bis dahin als ganz und gar nicht "vertanzbar" galten: Werke von Gustav Mahler, die Matthäus-Passion, Bachs Magnifikat, das Requiem von Mozart.

John Neumeier stammt aus Milwaukee, kam als einundzwanzigjähriger Tänzer 1963 ans Stuttgarter Ballett, begann zu choreographieren, wurde Ballettdirektor in Frankfurt und ging von dort 1973 nach Hamburg, wo er seitdem künstlerisch zu Hause ist. Hier hat er eine weltweit renommierte Kompanie aufgebaut, ein Ausbildungszentrum für den Nachwuchs eingerichtet und seine eigene, unverwechselbare Tanzsprache entwickelt.

Illusionen - wie Schwanensee in München
Choreographie und Inszenierung John Neumeier
Musik Peter I. Tschaikowsky
Bühne und Kostüme Jürgen Rose
Musikalische Leitung Michael Schmidtsdorff
Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
Bayerisches Staatsorchester

Quelle: Bayerische Staatsoper

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Illusionen - wie Schwanensee in München
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7,00 bis 70,00 EUR zzgl. Gebühren
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