Mein Ravel - Wohin er auch blickt...


Mein Ravel - Wohin er auch blickt...

Mein Ravel: Wohin er auch blickt... / Daphnis und Chloé mit Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts und dem Bayerisches Staatsorchester im Nationaltheater München!

Braucht es überhaupt ein Wort der Erläuterung zu einem Uraufführungsabend, der eine Reihe derart überwältigend großer Kompositionen von Maurice Ravel vereinigt? Dennoch mögen drei Aspekte hervorgehoben werden, die man zur Charakterisierung des programmatischen Profils dieser Premiere erwähnen kann:

Zum einen, dass erstmals seit über 50 Jahren der Generalmusikdirektor der Oper die musikalische Leitung einer Ballettpremiere übernimmt. Es ist Kent Nagano, der damit nach Georg Solti und Rudolf Kempe wieder eine Ballett-Premiere dirigiert. Ohne die Leistungen der hervorragenden Dirigenten zu schmälern, die über Jahrzehnte in München Ballettabende dirigiert haben, bedeutet das doch eine besondere Anerkennung der künstlerischen Qualität und eine Zeichen setzende Wertschätzung der Arbeit des Bayerischen Staatsballetts. Kent Nagano, der übrigens seine Theaterkarriere auch als Repetitor für Ballett begonnen hat, ist ein außergewöhnlicher Kenner dieser Kunstform und ihrer Bedingtheiten und von der Zusammenarbeit können fürs Bayerische Staatsballett neue Inspirations-Impulse ausgehen.



Dann bildet das Programm auch eine Fortsetzung des Erinnerns an die „Ballets Russes“, deren 100 jähriges Jubiläum mit dem bis heute wunderbar erfolgreichen Abend Shéherazade, Les Biches, Once Upon An Ever After gefeiert wurde. Maurice Ravel komponierte vielfach für Serge Diaghilews skandal- und erfolgverwöhnte Truppe. Daphnis und Chloé selbst war eine Auftragskomposition für diese Compagnie, die, choreographiert von Mikhail Fokine, 1912 Premiere hatte.

Ein weiteres Zeichen setzt die Verpflichtung des jungen australischen Choreographen Terence Kohler für die Neuinterpretation des antiken Mythos von Daphnis und Chloé, deren von Piraten gefährdete Liebe mit Hilfe des Gottes Pan zum Sieg geführt wird. Kohler, dessen Bewegungssprache ganz bewusst dem klassischen Ballett verbunden bleibt, hat andererseits die Frische und Originalität, diese Tradition nicht zu zerstören, sondern sie zu transformieren und sich auf geistreiche Weise mit ihr auseinanderzusetzen. Kohlers Engagement als „resident choreographer“ des Bayerischen Staatsballetts unterstreicht die Bedeutung, die Ivan Liška dem jungen Australier beimisst.

Für einen Abend, der nicht unwesentlich von der Konzentration auf hohe musikalische Substanz geprägt ist, liegt auch die erneute Verpflichtung des Choreographen Jörg Mannes nahe. Sein abendfüllendes Ballett Der Sturm fürs Bayerische Staatsballett hat sich durch einen exquisiten musikalischen Anspruch ausgezeichnet, durch den Mut zu einer eigenen Form des Erzählens, die auf kühne Weise Abstraktion und Konkretion nebeneinander stellt. Der Hannoveraner Ballettdirektor hat sich nun zusammen mit Kent Nagano eine musikalische Trias zusammengestellt – mit dem Klavierkonzert für die linke Hand als Zentrum – an der sich seine szenische Phantasie entzünden kann. Wohin sie schweifen wird, bleibt vorerst sein Geheimnis.

Mein Ravel - Wohin er auch blickt... / Daphnis und Chloé in München
Quelle: Bayerische Staatsballett
Foto: Wilfried Hösl

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Mein Ravel - Wohin er auch blickt... / Daphnis und Chloé
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7,00 bis 70,00 EUR zzgl. Gebühren
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