Onegin - Ballett von John Cranko
Onegin - Ballett von John Cranko im Nationaltheater München mit solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts!
Musik von Peter I. Tschaikowsky arrangiert von Kurt-Heinz Stolze
Wenn ein abendfüllendes Ballett dieser Jahrhunderhälfte die Chance hat, zum Klassiker à la Schwanensee zu werden, so ist das, nach übereinstimmender Meinung von Zuschauern, Tänzern und Kritikern, wohl John Crankos Onegin. Entstanden im Jahre 1965, berührt die Geschichte der jungen Tatjana, die sich in den arroganten Dandy Onegin verliebt und von ihm aufs grausamste abgewiesen wird, ein weltweites Publikum zwischen Peking und New York. Seit über zwanzig Jahren wird Onegin in München getanzt, und weder Publikum noch Tänzer werden dieser Choreographie müde. Und keine große Ballerina möchte auf eine Rolle verzichten, in der sie wie sonst nirgends im Ballettrepertoire die Entwicklung zeigen kann vom blaustrümpfigen Teenager zur reifen Frau, die in einer hochdramatischen Auseinandersetzung die Entscheidung zu treffen hat zwischen Leidenschaft und Pflicht.
Im Jahr 2007 feiert die Ballettwelt den 80. Geburtstag von John Cranko, der am 15. August 1927 in Südafrika geboren wurde und 1973, im Alter von erst 46 Jahren, gestorben ist.
Die verhältnismäßig kurze Zeit von Herbst 1967 bis Sommer 1970, in der er, neben seiner Verpflichtung in Stuttgart, in München Ballettdirektor war, hat die Compagnie geprägt bis heute. „Romeo und Julia“, „Onegin“ und „Der Widerspenstigen Zähmung“ - seine drei maßstabsetzenden abendfüllenden Werke – bilden eine der unverrückbaren Konstanten in unserem Repertoire, mit Liebe und Stolz weitergegeben von einer Tänzergeneration an die nächste.
I. Akt
1. Szene: Im Garten Madame Larinas
Die Vorbereitungen für den Geburtstag Tatjanas werden getroffen. Während Tatjana in ein Buch vertieft ist, vergnügen sich Olga und ihre Freundinnen beim Tanz. Ein altes Spiel wird gespielt: wer in den Spiegel blickt, sieht den Geliebten. Bei der fröhlichen Olga bewahrheitet sich der Aberglaube, sie erblickt ihren Verlobten, den Dichter Lenski. Als ihre Schwester, die verträumte Tatjana, das Spiel wiederholt, sieht sie im Spiegel Onegin, der – von Lenski eingeführt – seinen Antrittsbesuch bei Madame Larina macht. Tatjana verliebt sich augenblicklich in ihn. Während Lenski und Olga tanzen, begeben sich Onegin und Tatjana in den Garten. Onegin, gelangweilter Städter, bleibt Tatjana gegenüber kühl und hochmütig. Er nimmt das junge Mädchen überhaupt nicht wahr.
2. Szene: Tatjanas Schlafzimmer
Tatjana schreibt einen Brief an Onegin, in dem sie ihrer schwärmerischen Liebe zu dem fast unbekannten Mann Ausdruck verleiht. Sie schläft ein, und im Traum erfüllt sich ihr Wunsch: als sie in den Spiegel blickt, erscheint Onegin und erwidert ihre Liebe.
II. Akt
1. Szene: Im Hause Madame Larinas
Tatjana feiert ihren Geburtstag mit einem Fest, zu dem auch Onegin und Lenski eingeladen sind. Sehnsüchtig und zugleich bangend erwartet Tatjana eine Reaktion Onegins auf ihren Brief. Als beide für kurze Zeit allein sind, zerreißt Onegin mit arroganter Geste den Brief vor den Augen Tatjanas. Er verletzt sie noch mehr, indem er Olga auf provozierende Art den Hof macht. Fürst Gremin, ein Freund der Familie Larina, erscheint auf dem Fest. Gremin tanzt mit Tatjana, deren Blicke jedoch einzig Onegin gelten. Der aber widmet sich allein Olga. Er brüskiert Lenski, der ihn wütend zum Duell fordert.
2. Szene: Ein verlassener Park
Von Todesahnungen erfüllt, betritt Lenski die Lichtung. Tatjana und Olga beschwören ihn, auf das Duell zu verzichten. Auch Onegin entschuldigt sich noch einmal bei Lenski und versucht, das Duell zu verhindern. Lenski, als romantischer Dichter tief getroffen, besteht aber darauf und wird von Onegin getötet.
III. Akt
1. Szene: Ballsaal des Fürsten Gremin
Zehn Jahre sind vergangen. Tatjana ist die Frau des Fürsten Gremin geworden. Auf dem Ball, den Gremin gibt, erscheint auch Onegin. Er ist vom Leben enttäuscht worden und hat erkannt, dass er mit Tatjana die einzige echte Liebe seines Lebens verschmäht hat. Als er Tatjana nun wiedersieht, hofft er, ihre einstigen Gefühle für ihn wiedererwecken zu können. Doch Tatjana wendet sich von ihm ab.
2. Szene: Tatjanas Boudoir
Onegin hat sich brieflich bei Tatjana angemeldet. Diese will die Begegnung vermeiden, doch sie bittet den sorglosen Gatten vergeblich, sie an diesem Abend nicht allein zu lassen. Onegin erscheint und beteuert seine Liebe. Im Kampf mit ihren Gefühlen für Onegin, den sie noch immer liebt, siegt in Tatjana schließlich das Bewußtsein ihrer Zugehörigkeit und Verbundenheit mit ihrem Gatten Gremin: Nun ist sie es, die Onegins Brief zerreißt. Verzweifelt stürzt Onegin davon. Tatjana bleibt allein zurück.
Quelle: Bayerische Staatsoper
Foto: Wilfried Hösl
Veranstaltungsdaten
Veranstaltung
Onegin - Ballett von John Cranko
Kartenpreise
7,00 bis 70,00 EUR zzgl. Gebühren
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