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Yuja Wang & Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart


Yuja Wang & Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart

Yuja Wang & Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart am 19.01.2011 in der Philharmonie München!

»Mit dem Namen Wang bin ich nicht recht glücklich«, sagt Yuja Wang. »Jeder zweite Chinese heißt Wang. Eigentlich möchte ich am liebsten einfach Yuja genannt werden.« Sie legt den Kopf schief und lacht. Yujas Lachen scheint doppelt so groß zu sein wie sie selbst. Ihre winzige Hand kann sich auch doppelt so weit strecken, wie es nach anatomischen Gesetzen möglich sein sollte. So vieles ist ungewöhnlich an dieser jungen Musikerin. »Tradition?«, fragt sie. »Ich glaube, sie besteht im Grunde darin, dass ein Lehrer eine Reihe von Schülern hat, und die wiederum unter richten andere Schüler. Ich weiß nicht. Nein, warten Sie. Ich glaube, Tradition ist eigentlich ein Jung'scher Archetypus. Jeder weiß irgendwie unbewusst, dass etwas Bestimmtes mit einem Stück oder im Leben gemacht werden muss. Es ist etwas Kollektives.«

Yuja Wang erscheint zart, aber sie strahlt Kraft aus. Sie verbindet Höflichkeit mit Selbstver trauen und der Fähigkeit, mit schalkhaftem Humor zuzuhören. Sie liebt es, dem Gespräch überraschende Wendungen zu geben. Wer Yuja (oder Yujia) Wang googelt, findet sie auf »You Tube« im weißen Rüschenkleid und mit Blumen-Haarspangen - sie sieht aus, als gehöre sie in den Kinder garten, und spielt dabei Chopin und Liszt mit träumerischer, kristallklarer Perfektion. Das war erst vor zehn Jahren. Wann kamen nur die Jung'schen Archetypen dazu?

Yuja Wang hat eine Vorliebe für virtuose Transkriptionen, aber letztlich wurde die Idee eines Debüt-Albums mit einem Programm von spektakulären kleinen Stücken zugunsten eines gewichtigeren Repertoires aufgegeben. »Ich wollte eine spezifische künstlerische Aussage machen«, erklärt sie. Die Gemeinsamkeiten von Liszts größtenteils 1854 komponierter Faust-Symphonie und seiner 1853 vollendeten Klaviersonate brachten Yuja zu Goethe, dessen Werk ein roter Faden dieses Albums ist. In der Musikwissenschaft ist es allerdings umstritten, in welchem Maße die gewaltige Sonate sich programmatisch auf die Faust-Legende beziehen lässt. Doch Yuja Wang sieht hier Ver bindungen.

Schon als 14-Jährige hatte sie sich mit dem Stück beschäftigt. Nach einer Pause von mehreren Jahren war sie nun bereit, einen neuen Blick auf die h-moll-Sonate zu werfen, und kam zu dem Schluss, dass sie als Hauptwerk für ihre erste Aufnahme gut geeignet wäre. Zusammen mit Chopins Sonate in b-moll. »Die Chopin-Sonate ist nicht sehr typisch für den Komponisten«, stellt sie fest. Das besonders durch den Trauermarsch im dritten Satz bekannte, 1837/39 entstandene Werk ist ungewöhnlich aufgewühlt und düster und stieß bei den zeitgenössischen Kritikern auf Unverständnis. »Der letzte Satz deutet weit voraus, er ist in überraschender Weise geradezu prophetisch«, erklärt die Pianistin. »Chopin schrieb so viele perfekte Kompositionen, aber seine Sonate Nr. 2 ist nicht perfekt. Und mir gefällt diese Unvollkommenheit.«



Das Radio-Sinfonieorchester (RSO) wurde 1945 durch die amerikanische Militärregierung als Rundfunkorchester des neu gegründeten Senders "Radio Stuttgart" gegründet. Das Jahr 1971 markiert in der Geschichte des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart eine bedeutende Zäsur: Unter der Leitung von Sergiu Celibidache entwickelt es ein neues Klangideal, das die Spielkultur wegweisend für viele Jahre prägt. Sir Neville Marriner übernahm das RSO 1983 als Chefdirigent.

1989 löste ihn Gianluigi Gelmetti ab. Mit Georges Prêtre, der ab 1996 die künstlerische Leitung des RSO trug und bis heute als Ehrendirigent dem Orchester eng verbunden ist, trat erneut eine charismatische Musikerpersönlichkeit an die Spitze dieses Klangkörpers.

Seit 1998 ist Sir Roger Norrington Chefdirigent des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR. Er verleiht dem RSO Stuttgart ein unverwechselbares klangliches Profil durch die Verbindung von historisch informierter Aufführungspraxis mit den Mitteln eines modernen Sinfonieorchesters. Dabei sind Orchesteraufstellung, Instrumentation, Artikulation, Phrasierung und Stilistik den Klangvorstellungen der Komponisten zu ihrer Zeit angepasst.

Programm
Brahms Klavierkonzert Nr. 1 d-moll op. 15
Beethoven Sinfonie Nr. 7 A-dur op. 92

Veranstalter: Concerto Winderstein GmbH
Foto: Felix Broede/DG

Veranstaltungsdaten


Veranstaltung
Yuja Wang & Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart
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24,00 bis 89,00 EUR zzgl. Gebühren
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