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Joseph Süß - Oper von Detlev Glanert


Joseph Süß - Oper von Detlev Glanert

Joseph Süß - Oper in dreizehn Szenen von Detlev Glanert im Staatstheater am Gärtnerplatz München! Libretto von Werner Fritsch und Uta Ackermann.

Schweig Vögelchen! Schweig, Joseph! Schweig Jud!
Joseph Süß Oppenheimer [1698–1738] war Geheimer Finanzrat und Berater von Herzog Karl Alexander von Württemberg. Sofort nach dem Tod des Herzogs wurde der nun als »Jud Süß« Verunglimpfte verhaftet und zunächst auf dem Hohenneuffen, anschließend auf dem Hohenasperg gefangen gehalten. Ihm wurden Hochverrat und Majestätsbeleidigung vorgeworfen. Als Opfer eines Justizmordes wurde er am 4. Februar 1738 auf dem Stuttgarter Galgenbuckel bei der Mönchshalde gehenkt. [Text der Gedenktafel für Joseph Süß Oppenheimer auf der Burg Hohenneuffen]

Detlev Glanert lässt in seiner Oper Joseph Süß Oppenheimer, dem nicht nur historisch, sondern auch posthum, besonders in dem infamen Propagandafilm von Veit Harlan von 1940, massives Unrecht widerfahren ist, Gerechtigkeit zuteil werden, ohne die Figur billig zu idealisieren.

Im Kraftfeld von Macht, Finanzpolitik, Religionsrivalität und Eros einerseits und der Liebe zu seiner Tochter Naemi und jüdischen Traditionen andererseits wird Joseph Süß – eine Zeitlang Garant des höfischen Prunks und Nutznießer der herzöglichen Unersättlichkeit – Opfer des Staatsstreiches, den er angezettelt und schließlich verraten hat, um für den vom Herzog verschuldeten Tod Naemis Rache zu üben. Nach dem gescheiterten Umsturz erleidet der Herzog einen Schlaganfall. Joseph Süß wird als Sündenbock ins Gefängnis geworfen und zum Tod durch den Strang verurteilt. Hier setzt die Handlung der Oper ein. Wie ein Alptraum bedrängen Joseph Süß in seiner Kerkerzelle die Stimmen der Lebenden und der Toten.

Sie verdammen ihn, rufen Erinnerungen an seine Erfolge wach oder wollen ihn aus seiner jetzigen Lage befreien. Joseph Süß jedoch schlägt alle Möglichkeiten, sich zu retten, aus. Glanert findet für seine 1999 in Bremen uraufgeführte Oper eine Tonsprache, in der lyrische, kammermusikalische Passagen neben grell geschärften Klangballungen und weiche, melodiöse Gesangslinien neben auf- und niederzuckenden Intervallsprüngen oder dem Sprechgesang sich annähernder Figuren stehen.

Oper "Joseph Süß" von Detlev Glanert in München
Musikalische Leitung: Roger Epple
Regie: Guy Montavon
Bühne und Kostüme: Peter Sykora

Quelle: Staatstheater am Gärtnerplatz

Veranstaltungsdaten


Veranstaltung
Joseph Süß - Oper von Detlev Glanert in München
Termine
Kartenpreise
7,00 bis 62,00 EUR zzgl. Gebühren
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