La vida breve (Ein kurzes Leben)
La vida breve (Ein kurzes Leben) - Lyrisches Drama in zwei Akten und vier Bildern von Manuel de Falla. Libretto von Carlos Fernández-Shaw am 14. / 16. / 20. & 22.03.2012 im Prinzregententheater München.
Das Leben der jungen Salud wird sich im Verlauf der Oper als ein kurzes herausstellen.
Die aus einfachen Verhältnissen stammende Salud ist zunächst glücklich mit ihrem Geliebten Paco vereint. Doch schon bald erfährt sie von Pacos Hochzeit mit Carmela, einer jungen Dame vornehmen Standes. Außerstande das Geschehen klaglos mit anzusehen, stellt sie Paco während der Hochzeitsfeierlichkeiten zur Rede. Als er sie verleugnet, bricht sie tot zusammen.
Manuel de Fallas Oper La vida breve präsentiert Saluds Schicksal als ein unvermeidliches. Der Ausgang der Handlung steht schon zu Beginn fest. Unsichtbare Stimmen hinter der Bühne beklagen das Geschick derjenigen, deren Leben vornehmlich von Leid geprägt ist. Salud ist eine solche Unglückliche. Ohne Paco kann sie nicht leben. All ihre Energie fließt in ihre Liebe zu ihm. Ein glückliches Ende wird durch ihre soziale Stellung jedoch verhindert.
De Falla bettet die minimalistische Handlung in eine von differenzierten harmonischen Farben und prägnanten Rhythmen geprägte Musiksprache ein. Er zeichnet eine Umgebung, eine Stimmung, ein Lebensgefühl. Die spanische Tradition des Flamenco und des Cante jonde sind ihm hierbei wichtige Quellen der Inspiration. De Falla benutzt diese Einflüsse allerdings nicht als folkloristisches Kolorit oder Zitat, sondern arbeitet sie in seine ganz eigene Klangsprache ein.
In der Produktion der Bayerischen Theaterakademie August Everdings ist de Fallas Musik in einer eigenen Bearbeitung für zwei Gitarren, Akkordeon und Schlagzeug zu hören.
De Falla schrieb La vida breve für einen 1905 von der Academia de Bellas Artes in Madrid ausgeschriebenen Wettbewerb und errang mit seiner Oper den ersten Platz. Obwohl der Wettbewerb ausdrücklich zur Einsendung kurzer, spanischer Opern aufrief, waren es die spanischen Elemente der Oper, die ihr den Weg auf die Bühne zunächst erschwerten. Da das Werk nicht dem vorherrschenden, italienischen Geschmack entsprach, weigerte sich das Teatro Real in Madrid es aufzuführen. Erst acht Jahre später, 1913 erlebte La vida breve schließlich in französischer Sprache in Nizza seine Uraufführung und den Beginn seiner positiven Rezeption.
La vida breve ist eine Produktion im Rahmen der Werkstatt Musiktheater der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Spezifisches Kennzeichen der Werkstatt ist die Besonderheit des Raums, in dem die Produktionen stattfinden: Zuschauer, Darsteller und Musiker befinden sich gemeinsam auf der Hauptbühne des Prinzregententheaters. Der Raum schafft so eine besondere Nähe aller Beteiligten und lädt zu einem ganz eigenen Blick auf die sonst von außen betrachtete Bühne ein.
Zuletzt waren Peter Eötvos Kammeroper Radames (2008) sowie Impressions de Pelléas nach Claude Debuddys Pelléas und Mélisande (2010) als Werkstattproduktionen zu sehen.
In deutscher und spanischer Sprache
19.30 Uhr Werkeinführung/ Eingang über Akademietheater
Musikalische Leitung: Joachim Tschiedel
Inszenierung: Renate Ackermann
Bühne und Kostüme: Anika Söhnholz
Dramaturgie: Vera Gertz
Sängerinnen und Sänger: Alessia Broch, Aline Lettow, Florence Losseau, Dorothee Koch, Dorothea Spilger/ Gustavo Castillo Estrada, Peter Cismarescu, Mauro Peter, Marios Sarantidis, Sungmin Song
Lucas Brar und Jacob Kellermann, Gitarre
Alexander Kuralionok, Akkordeon
Thomas Hastreiter, Schlagzeug
Bayerische Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München mit dem Studiengang Gesang/ Musiktheater (Leitung: Prof. Renate Ackermann, Prof. KS Andreas Schmidt).
Quelle: Bayerische Theaterakademie August Everding
Veranstaltungsdaten
Veranstaltung
La vida breve (Ein kurzes Leben)
Kartenpreise
15,00 EUR / 8,00 EUR (ermäßigt) zzgl. Gebühren
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