Gerettet - Edward Bond


Gerettet - Edward Bond

Es ist mehr als 40 Jahre her, als Edward Bond „Gerettet“ schrieb. Die Uraufführung in England war 1965, die deutsche Erstaufführung 1967. Gnadenlos und für seine Zeit schockierend beschrieb er Menschen, vor allem Jugendliche, die gezeichnet sind vom Ende des Industriezeitalters. Das bürgerliche Publikum war entsetzt. Mehr ist seitdem nicht passiert. Alle Erwachsenen, alle Politiker, alle Entscheidungsträger, Eltern, Pädagogen, die heute über die Verrohung der Jugend klagen, müssen sich fragen lassen, was sie zur Verbesserung der Lebenssituation von jungen Menschen in den letzten 40 Jahren getan haben.

Bereits die Generation ihrer Eltern ist gebrandmalt durch Arbeitslosigkeit, Unsicherheit und Orientierungslosigkeit. Die Kinder, ebenso wie ihre Eltern ohne Zukunftsaussicht, ohne Hoffnung auf Besserung der Lebensperspektive, akzeptieren diesen Ausschluss aus der Gesellschaft als gegebene Tatsache. Sie haben nie anderes erlebt. Ein Zustand von Nutzlosigkeit, Überflüssigkeit, Abstumpfung breitet sich aus. Das Gefühl von Selbstachtung geht verloren. Es gibt keine Gegner mehr. Arbeitgeber, Politik, Gesellschaft sind keine Objekte ihrer Wut, denn sie sind unsichtbar. Oder noch demütigender: Niemand erwartet einen gesellschaftlichen Beitrag von diesen jungen Leuten. Dadurch können sie sich nur gegenseitig herausfordern, sich persönlich exponieren, um der Verachtung der anderen zu entgehen, kein „Opfer“ zu sein. Nur von den Kumpels kann man Anerkennung und Respekt erwarten.

Eltern, Schule oder ein Arbeitgeber bieten keine Chance zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, weil sie sozusagen von der Bildfläche verschwunden sind. Sozialbeziehungen lösen sich auf. Diese Jugendlichen sehen glasklar, dass sie keine Chance haben, eigene Entscheidungen für ihren Lebensweg zu entwickeln, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Trotz dieser Perspektivlosigkeit zeigt „Gerettet“ einen Jungen, der die Suche nicht aufgibt. Die Frage, wie man ein gutes, ein sinnvolles Leben gestalten könnte, bleibt sein Motor, obwohl er in seinem Umfeld keine Vorbilder entdecken kann.

Spieldauer ca. 90 Minuten
Für Jugendliche und Erwachsene

Quelle: SchauBurg
Foto: DigiPott

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