Der Prozess - Theater von Franz Kafka in den Münchner Kammerspielen (Schauspielhaus)!
K., ein Bankbeamter, unverheiratet und Untermieter in einer Pension, erlebt an seinem 30. Geburtstag eine Überraschung, die sein Leben verändern wird: Mitarbeiter einer mysteriösen Behörde verhaften K. am Morgen. Über den Anlass erfährt er zunächst nur, dass ein anonymes Gericht von der Schuld angezogen wird und Urteile auf Grundlage des Gesetzes fällt. Aber was ist das für ein Gesetz? Und K., so heißt es, sei prinzipiell schuldig, obwohl kein Verbrechen vorliegt. Trotzdem darf K. sein Leben in Freiheit wie bisher fortsetzen und auch seiner Arbeit nachgehen. Zunächst widerwillig, aber doch überzeugt, es handele sich um einen schlechten Scherz, spielt K. mit bei dieser Komödie. Ehe er sich versieht, befindet er sich in einem System, vielleicht in einer Verschwörung mit unklarem Ausgang. "Was waren denn das für Menschen? Wovon sprachen sie? Welcher Behörde gehörten sie an? K. lebte doch in einem Rechtsstaat, überall herrschte Friede, alle Gesetze bestanden aufrecht, wer wagte, ihn in seiner Wohnung zu überfallen?
Er neigte stets dazu, alles möglichst leicht zu nehmen, das Schlimmste erst beim Eintritt des Schlimmsten zu glauben, keine Vorsorge für die Zukunft zu treffen, selbst wenn alles drohte." Von nun an setzt K. sich mehr oder weniger freiwillig physischen und psychischen Prüfungen aus, verwickelt sich in Widersprüche und windet sich in seinem Schicksal, das ein aussichtsloses Bemühen zu sein scheint. Eine Reihe junger sexuell verdächtiger Frauen und merkwürdiger älterer Männer mit Beziehungen scheinen ihm bei seinem bevorstehenden Prozess zu helfen, aber bei manchen Freunden braucht man keine Feinde mehr. Der Prozess, der erste Roman Franz Kafkas, zwischen 1914 und 1915 entstanden und 1925 zum ersten Mal erschienen, ist Fragment geblieben und gehört zu jenen Werken der Verzweiflung, die das ausweglose Dasein des Einzelnen im Labyrinth einer anonymen Welt veranschaulichen, einer Welt, die sich jeder Sinnsetzung entzieht.
Regie: Andreas Kriegenburg
Bühne: Andreas Kriegenburg
Kostüme: Andrea Schraad
Dramaturgie: Matthias Günther
Licht: Björn Gerum
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Bewertungen
31.12.08
Gent Halili
Modern und düster inszenierte Vorstellung.