Orlando


Orlando

Orlando. Eine Biographie - Theaterstück nach dem Roman von Virginia Woolf im Juli 2012 im Theater Viel Lärm um Nichts!

... Identitäten im Strom der Epochen ...

"Dieses ist, was manche Menschen „das wahre Ich“ nennen, […] die Summe aller Ichs […] die in unserem Wesen liegen."

Die Geschichte des jungen Adeligen Orlando beginnt Mitte des 16. Jahrhunderts. Er steht in der Gunst von Königin Elisabeth I. und wird von ihr hofiert. Nach deren Tod verliebt er sich in die moskowitische Prinzessin Sascha, doch diese verlässt ihn schmählich und Orlando fällt in einen siebentägigen Schlaf. Wieder erwacht, lebt er viele Jahre zurückgezogen und widmet sich der Poesie. Doch der Schriftsteller Nick Greene verhöhnt Orlandos poetische Versuche und dieser beschließt, nie mehr zu schreiben und das Land zu verlassen. Unter König Charles II. wird Orlando als Gesandter nach Konstantinopel geschickt, fällt mitten im türkischen Aufstand wieder in einen sieben Tage andauernden Schlaf, aus dem er als Frau erwacht. Die weibliche Orlando kehrt nach England zurück, sucht Abenteuer und Gesellschaft und muss sich mit dem Hochmut der Geistreichen des 18. Jahrhunderts auseinandersetzen. Schließlich lernt sie einen Abenteurer kennen, verliebt sich und heiratet ihn. In trauter Zweisamkeit verbringen sie das 19. Jahrhundert. In der Gegenwart wird Orlando auf einen Schlag mit den verschiedenen Identitäten als Mann und Frau konfrontiert und versucht diese zahlreichen Persönlichkeiten in Einklang zu bringen.

Virginia Woolf beschrieb den 1928 erschienen Roman als humorvolle und leicht zu lesende Lektüre, die sie schnell verfasst habe. Sie widmet ihn ihrer Geliebten Vita Sackville-West, mit der sie zuvor einen gemeinsamen Urlaub verbrachte und die auch die Vorlage für die Hauptfigur war. Der feministische Inhalt des Romans steht durch die homosexuelle Beziehung Woolfs zu Sackville-West in vielen Interpretationen im Vordergrund. Die Rollenbilder der jeweiligen Zeit werden besonders durch die Umkehrung von Klischeevorstellungen hervorgehoben: der männliche Orlando ist eher passiv und weich, die weibliche Orlando selbstbewusst, wissbegierig und mutig. Dennoch muss sich die Figur niemals vollständig dem Diktat der Epoche unterwerfen. Woolf lässt Orlando vielmehr die Erfahrung, mehrere Identitäten zu haben, spielerisch ausprobieren. "Wer also? Was also" fragt sich Orlando in der Gegenwart und der Biograph sagt: "Denn sie hatte eine solch große Vielzahl an Ichs, […] zu viele, um ihnen ausreichend Raum zu geben, weil eine Biographie schon als vollständig gilt, wenn nur sechs oder sieben Ichs betrachtet werden, obwohl ein Mensch durchaus über Tausende haben kann."

Biograph, Orlando und viele weitere Personen: Katrin Wunderlich
Textbearbeitung und Regie: Jana Jeworreck

Katrin Wunderlich, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Ein sechsjähriges Festengagement führte sie 2002 zunächst ans Theater Magdeburg. 2008 wechselte sie dann für zwei Jahre ans Theater Ingolstadt. Während dieser Zeit spielte sie u.a. „Bash“, „Stücke der letzten Tage“, „Clockwork Orange“, „Wahlverwandtschaften“, „Macbeth“, „Hair“, „Komödie der Irrungen“ und vieles mehr. Derzeit arbeitet sie freiberuflich in München u.a. als Sprecherin im Bereich Filmsynchron, Hörbücher und Werbung und war zuletzt auf der Bühne in Shakespeares „Was ihr wollt“ als „Orsino“ und „Olivia“ im theater „VIEL LÄRM UM NICHTS“ zu erleben.

Jana Jeworreck, studierte angewandte Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim mit Schwerpunkt “Kreatives Schreiben” bei Prof. Dr. Hanns-Josef Ortheil. Ab 2005 war sie als Regieassistentin am Theater Ingolstadt beschäftigt, gab im Februar 2007 ihr Regiedebüt mit „Angriffe auf Anne“ von Martin Crimb. Sie inszenierte am Theater Ingolstadt u.a. die Tanztheaterstücke „Elisabeth Báthory” und „Das Kunstseidene Mädchen” und zuletzt am Opernloft Hamburg das Jugendopernprojekt „Oh, tell, O!“.

Quelle: Theater Viel Lärm um Nichts

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Orlando. Eine Biographie.
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16,00 EUR / 10,00 EUR (ermäßigt)
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